Ich habe immer das Gefühl es gibt dabei zwei Lager. Diejenigen, die es bunt und Farbenfroh mögen und diejenigen, die lieber auf neutrale Töne und weiß setzen. Vielleicht auch aus Angst etwas falsch zu machen oder es nachher nicht zu mögen, wenn die Farbe erstmal an der Wand ist.
Die Gute Nachricht vorweg: Es lässt sich fast alles wieder überstreichen J Also plädiere ich ganz klar für weniger Angst vor Farbe.
Natürlich wäre ein stimmiges Farbkonzept die Beste Grundlage um so etwas zu vermeiden und selbstbewusst Farben einsetzten zu können. Denn es geht ja nicht nur um die Wände, sondern auch die Farbe der Einrichtungsgegenstände.
Dazu müssen wir aber verstehen was Farbe im Grunde genommen tut. Es gibt die klassische Farblehre, in der ist relativ klar definiert welche Wirkung bestimmte Farben und ihre Töne haben.
Das sieht dann ungefähr so aus:
Blau ist kühl,
Rot aktiviert und kann aggressiv machen
Schwarz drückt und macht immer traurig und depressiv.
Ich habe schon ganz lange den Verdacht gehegt, dass das zu platt und einfach gedacht ist. Und ich sollte Recht behalten. In einem hervorragenden Vortrag einer Schweizer Farbmanufaktur für Architekten und Planer, den ich kürzlich verfolgen durfte, hat es sich bestätigt, dass diese Betrachtung von Farbe nur in einem gestellten und Isolierten Versuchsaufbau zustande gekommen sein kann.
Denn es wurde völlig außer Acht gelassen, dass die Faktoren Licht und Form sehr maßgeblich auf die Farbwirkung Einfluss nehmen. Wir sehen keine isolierten Farben, sondern orientieren uns an Kontrasten, Kanten und Objekten. Genauso wie es in Versuchen klar gezeigt werden konnte, dass unsere Augen zuerst die Umgebung nach anderen Menschen „abscannt“. Somit tritt Farbe immer im Kontext auf und niemals alleine.
Was macht die Sache so kompliziert?
Das bedeutet aber auch, dass eine stimmige Farbgestaltung nicht ganz so leicht ist wie uns die klassische Farbtheorie suggeriert. Wir können also nicht einfach sagen „mhh ich hätte gerne ein sonniges Arbeitszimmer, also streiche ich es am besten Gelb“. Denn wenn dieses Zimmer eine ungünstige Ausrichtung hat und das Tageslicht einen entsprechenden Schimmer verursacht, habe ich evtl plötzlich grün oder orange statt gelb.
Denn wir brauchen auch immer ein gutes Verständnis von Proportion, Lichtwirkung und dem was wir in einem Raum durch Farbe erreichen wollen. Ein vollständig in dunklem Blau gestrichener Raum kann bei entsprechender Wirkung großzügiger anmuten und interessanter sein als ein weißes Zimmer mit niedrigen Decken.
Zudem ist es interessant zu beobachten, dass reines Weiß dazu führen kann, dass wir unsere Umgebung schlechter wahrnehmen, da wir geblendet werden und unsere Pupillen sich dadurch verengen, was wiederum zur Folge hat, dass Konturen verschwimmen und die Wirkung von Objekten verringert wird.
Mit diesem Wissen geht man anders an ein Farbkonzept heran und versucht mehr die Kontraste und Objekte zu beeinflussen, statt eine vermeintliche Farbwirkung zu erzielen. Farbe soll einen Raum in seiner Wirkung unterstützen und ihn nicht dominieren und sich wie ein übergestülptes Element anfühlen. Deshalb ist eine ganzheitliche Betrachtung durchaus notwendig.
Es gibt auch immer Faktoren, die die Farbwahl maßgeblich beeinflussen, z.B ein nicht veränderbarer Bodenbelag oder die Farbe der Türen sofern diese nicht mit gestrichen werden können. Muss man solche Gegebenheiten ins Farbkonzept mit einbeziehen, verringert sich die Auswahl der Möglichkeiten.
Und das ist auch schon der erste Schritt zu einem stimmigen Farbkonzept. Sich klar zu machen was ist im Bestand und woran orientiere ich mich bei der Farbauswahl.
Lichtwirkung hat enormen Einfluss auf die Farbwahl
Der zweite Schritt ist die Bewertung der Lichtwirkung und Atmosphäre die man in dem Raum zum Vorschein bringen will, bzw. mit der man konfrontiert ist.
Als dritten Schritt wählt man einen Farbton mit dem man das Schöne betonen kann und im vierten Schritt kann man optional noch eine Akzentfarbe einbringen um die Dynamik zu fördern. Das ist aber nicht immer notwendig oder sinnvoll. Bzw. kann man das dann später auch mit der passenden Deko abstimmen.
Im Grunde muss alles harmonisch zusammenpassen und die Raumwirkung optimal fördern um als stimmig wahrgenommen zu werden.
Da es doch einiges auch an Kenntnissen über Material und Eigenschaften erfordert ist es nicht so leicht als Laie ein stimmiges Farbkonzept zu entwerfen. Wenn du das Gefühl hast, du hättest dabei gern Hilfe, dann schau dir mein Angebot zur Farbberatung an. Den Link findest du unter diesem Artikel.
Farbe ist nicht gleich Farbe
Beim Material kommt es nämlich auch ganz entscheidend darauf an, was für eine Grundlage man wählt. Ich persönlich tendiere immer zu mineralischen Farben mit natürlichen Pigmenten, da man mit ihnen eine unglaubliche Tiefe erzeugen kann. Zudem wirken diese Farben oft weicher und angenehmer als künstliche Pigmente und Dispersionsfarben.
Und natürlich ist der Faktor gesunde Raumluft dabei ein großes Kriterium. Man kann sich folgendes Vorstellen: die üblichen Baumarktfarben sind in der Regel Dispersionsfarben mit Kunststoffen, Löse- und Bindemitteln. Das ist praktisch der Gummihandschuh für die Wand. Während die mineralischen Farben auf Silikat, Lehm- oder Kreidebasis eine atmungsaktive und diffusionsoffene Wandfläche schaffen, die mit dem passenden Untergrund eine hervorragende Feuchtigkeitsregulation erlaubt.
Somit ist Farbe in diesem Zusammenhang mehr als nur ein Gestaltungselement, da sie gleichzeitig positiv auf die Bauphysik wirkt.
Ein weiterer Nachteil von Dispersionsfarben ist der Übergang von flüchtigen Stoffen in die Raumluft, da sie oft mit nicht gänzlich unbedenklichen Löse-und Bindemitteln versetzt sind. Wir erinnern uns dass auch hier die Qualitätssiegel meist nur bestätigen dass Grenzwerte eingehalten werden.
Aber es gilt immer noch „nicht alles, was nicht unmittelbar zum Tod führt ist auch gesund“. Ein paar ganz schlaue Farbchemiker sind jetzt auch schon auf die Idee gekommen ihre Dispersionsfarbe als „geruchsneutral“ oder „ohne Aromata“ zu kennzeichnen. Das ist ja nett, aber leider sind diese flüchtigen Verbindungen die in dieser Konstellation relevant sind sowieso meist geruchsneutral und werden nicht wahrgenommen.
Das macht die Farben dann auch nicht gesünder.
Ein kleiner Nachteil bei den Lehmfarben wäre noch zu nennen. Obwohl diese eine der natürlichsten Formen für einen Anstrich darstellen muss man wissen, dass die Wandoberfläche nicht robust ist.
Während Silikatfarben auf der Wand einen „Verkieselungseffekt“ haben, d.h sie versteinern regelrecht auf der Wand, bleibt die Lehmfarbe aufgrund der Struktur des Materials recht empfindlich für Abrieb und mechanische Belastungen. Dies ist also eher weniger geeignet, wenn sich Tiere oder kleine Kinder in den Räumen aufhalten.
Außerdem ist zu beachten, dass die meisten mineralischen Farben mit natürlichen Pigmenten zwei Anstriche brauchen um zu Decken. Das liegt an der kristallinen Struktur der Pigmente und daran wie die Farbe verarbeitet wurde. Es gibt mikronisierte Farben, da sind die Pigmentkristalle so klein geschreddert, dass es weniger ausmacht aber wenn die Pigmente noch ihre kristalline Struktur behalten dürfen, braucht es eben eine zweite Schicht. Daraus ergibt sich aber auch ein besseres Lichtspiel und eine größere Farbtiefe.
Und wusstest du, dass das Farbkonzept einer der letzten Schritte im Designprozess ist? Viele sind jetzt erstaunt, weil sie denken das käme zuerst dran und alles andere baut darauf auf.
Diese und weitere interessante Erkenntnisse zum Designprozess und wie ich ihn in meinem Business umsetze, erzähle ich dir in der nächsten Episode. Ich hoffe diese Infos waren interessant und du hast ein paar Aha-Momente gehabt.
Ist es dir schonmal passiert, dass du in einen Raum gekommen bist und dich sofort wohlgefühlt hast? Bestimmt.
Du konntest vielleicht nicht direkt sagen wieso oder es war kein spezielles Detail, dass dieses Gefühl ausgelöst hat. Das Gesamtpaket war einfach stimmig.
Genau dann, hat sich jemand viele Gedanken über die Raumwirkung und die Gestaltung gemacht. Denn gutes Design bemerken wir nicht im ersten Moment. Aber es fühlt sich erstmal gut an.
Schlechtes Design hingegen spüren wir sofort in jeder Faser unseres Körpers.
Es fühlt sich einfach so gar nicht gut an. Entweder unpraktisch, zu bemüht, unharmonisch oder es gibt regelrechte Störfaktoren, wie z.B schlechte Beleuchtung oder ein unstimmiges Farbkonzept.
Schlechtes Design erfahren wir in vielerlei Hinsicht auch immer wieder im Möbelsektor. Das können Stühle sein, die viel zu hoch sind, angepasst an eine neue Art Übermensch mit ellenlangen Unterschenkeln… oder Tische mit Gestellen an den unmöglichsten Positionen, für die sich die Kniescheiben regelmäßig schmerzerfüllt bedanken.
Denn es fließt sehr viel Wissen und einiges an Planungsarbeit in ein gutes, stimmiges Design. Alles beginnt mit einer ausführlichen Bedarfsanalyse. In der man versucht so exakt wie möglich zu erfassen, welche Bedürfnisse und Tätigkeiten ein Raum unterstützen soll. Welche Menschen diesen Bereich nutzen und wie viele davon. Zu welcher Tageszeit diese Aktivitäten stattfinden und welche Anforderungen an die Akustik und Beleuchtung das mit sich bringt. Zudem ist das Wissen um die Wirkung von Licht und Farbe relevant. Und noch einiges mehr.
Du siehst da kommen viele Faktoren zusammen.
Wenn ein Raum bereits architektonisch suboptimal gestaltet ist, braucht es meist noch größere Bemühungen bei der Ausgestaltung um die bauseits gegebenen Makel zu kaschieren. Das kann eine niedrige Decke sein, aber auch mangelnde Fensterflächen und dadurch reduzierter Tageslichteinfall. Oder ein ungünstiger Schnitt mit vielen komischen Nischen und Kanten, die die Raumnutzung erschweren. Probleme können auch durch eine ungünstige Ausrichtung der Räume im Verhältnis zu den Himmelsrichtungen entstehen. Du siehst es gibt viele Dinge, die uns die Raumgestaltung erschweren.
Beim Dekorieren, versuchen wir lediglich ein visuell ansprechendes Arrangement zu schaffen, dass die Aufmerksamkeit im Raum lenkt. Das ist ebenfalls ein wichtiges Stilmittel, aber es kann niemals ein schlechtes Design kompensieren.
Do it yourself – Ergebnisse sind oft „bemüht“
Ich höre manchmal von interessierten Menschen „ach weißt du, ich dekoriere ja selber so gerne und shoppen ist voll meins“. Das finde ich schön und bin auch davon überzeugt, dass diese Personen wirklich glauben, dass das ausreicht. Aber es hat eben so gar nichts mit dem zu tun, was ich mit meiner Arbeit erreichen will. Das soll jetzt nicht heißen, dass alles von vorneherein zum Scheitern verurteilt ist. Das möchte ich auf keinen Fall gesagt haben.
Aber wenn ich mir dann irgendwann die bemühten Ergebnisse betrachte, bin ich meistens ein bisschen hin und hergerissen zwischen Enttäuschung und Mitleid, weil ich das Gefühl habe, dass da nicht das volle Potential ausgeschöpft wurde. Und ich dabei hätte helfen können ein deutlich besseres Ergebnis zu erzielen. Das finde ich dann immer ein wenig schade. Vor allem weil oft genug viel Geld ausgegeben wird und sich dann im Nachhinein herausstellt, dass es Fehlkäufe waren.
Und oft habe ich dieses nagende Gefühl im Hinterkopf, dass das daran liegt, dass die Menschen einfach noch nicht verstanden haben, dass Raumdesign etwas ganz anderes ist als nur ein paar Möbel und Deko nett zu arrangieren. Also habe ich gedacht ich nutze die Chance und meinen Podcast um mich diesem Thema und der Aufklärung dazu anzunehmen.
Vor allem bei Bauvorhaben rechtzeitig an die Gestaltung denken
Wenn also eine Renovierung oder ein Neubau ansteht, kann ich wirklich nur den Appell an alle Bauherren und Eigenheimbesitzer richten, sich vorab Hilfe bei der sinnvollen Planung zu holen.
Und am besten jemanden, der nicht nur ein Gewerk kennt, sondern einen allumfassenden Blick auf das Projekt hat. Das spart Zeit, Geld und Nerven. Denn das was man in einen solchen Planer/Designer investiert rechnet sich, wenn man dafür keine Fehlkäufe und aufwändige Korrekturen einplanen muss.
Oft erlebe ich nämlich, dass sich Menschen auf ihre Handwerker verlassen und von ihnen Beratungsleistungen annehmen.
Selbstverständlich hat ein guter Maler ein umfangreiches Wissen über Farbgestaltung und kennt sich mit seinem Material hervorragend aus. Aber hat er die Lichtplanung im Blick? Kennt er die ganzen Komponenten die noch in das Raumkonzept einfließen? Leider selten. Wäre aber wichtig um ein wirklich passendes Farbkonzept zu erhalten.
Ebenso die Fliesenleger. Die sind absolute Profis was ihr Handwerk und die verschiedenen Formate, Materialien und Verlegetechniken angeht. Aber haben Sie das Gesamtbild im Sinn? Auch leider nicht immer.
Nicht einmal die Elektriker haben immer ein umfangreiches Wissen in Bezug auf Lichtwirkung und Lichtplanung. Klar die Grundlegenden Referenzwerte schon, aber die Feinabstimmung bedarf dann doch einiges an Vorarbeit und wieder einem umfassenden Überblick über die Gesamtkomposition.
Und all das macht diese Personen zu hervorragenden Spezialisten in ihrem separaten Feld. Aber das sorgt noch nicht für ein gutes Ergebnis, das harmonisch in sich stimmig ist. Deswegen ist eine Beratung durch sie immer nur ein Teilfragment.
Somit empfehle ich immer einen Projektbegleiter, der all diese Komponenten planen hilft und letztlich dafür sorgt, dass alles stimmig und durchdacht zusammenspielt. Der den Überblick behält und die einzelnen Schritte und Gewerke wie in einem Orchester dirigieren und unterstützen kann.
Damit sich auch die neu entstandenen Flächen und Räume an evtl. bestehende Substanz anpassen und ein harmonisches Gesamtbild entsteht. Dass Farben genau so zusammen mit dem Licht ihre Wirkung entfalten wie gewünscht.
Und dass die Funktionen der Räume vom Design unterstützt werden und wir nicht im Nachhinein mit lauter Firlefanz und Schischi über die Makel der Gestaltung hinweg tünchen müssen.
Dazu muss ich vielleicht sagen, dass ich ein absoluter Fan von geradlinigen, aber raffinierten Designs bin, die vor allem durch Licht und Schatten eine imposante Wirkung entfalten. Ebenso bin ich wirklich davon überzeugt, dass die Wahl von möglichst natürlichen Materialien einen echten Unterschied in der Raumqualität machen kann.
„Und plötzlich merkt man, dass es gar nicht so viele Accessoires und Deko braucht um einen Raum zu gestalten, der bereits ein hervorragendes Konzept bekommen hat.“
Denn das was uns wirklich bewegt, wenn wir Räume dekorieren, nämlich der Wunsch nach Schönheit, Individualität, Gemütlichkeit, vielleicht auch hier und da ein bisschen Wow-effekt wenn wir anderen Menschen diesen Raum zeigen, all das erreichen wir viel eher durch eine tolle und gut geplante Raumwirkung als durch gefühlt hundert Duftkerzen und Federarrangements.
Achja und ein weiterer kleiner Vorteil, es ist viel weniger Arbeit beim Putzen 😉
Wenn du jetzt das Gefühl hast du möchtest gerne bei deinem nächsten Gestaltungsvorhaben unterstützt werden, lade ich dich herzlich dazu ein dir meine Website anzuschauen und dich in meinen Newsletter einzutragen. Dort erfährst du welche Möglichkeiten der Zusammenarbeit es mit mir gibt und wie ich dir helfen kann, deinen Wohntraum zu realisieren. Oder du möchtest vielleicht auch gleich loslegen und buchst dir deine Online-Design Beratung. Den Link findest du unter dem Artikel.
Bis dahin freue ich mich, wenn du auch in die anderen Episoden reinhörst und wenn es dir gefällt, den Blog liest oder diese Informationen mit deinen Freunden teilst, damit das Thema gesunde Wohn- und Arbeitsräume noch mehr Menschen erreichen darf.
Unser Zuhause ist der wichtigste Bezugspunkt für die meisten Menschen. Es ist unser schützendes Umfeld und unser Rückzugsort. Aber auch ein Platz für Freude und ungezwungene Zeit mit der Familie und mit Freunden. Hier bilden wir Erinnerungen und erholen uns von den Anforderungen der Außenwelt. Somit bekommt der eigene Wohnbereich einen hohen Stellenwert, wenn es um unsere Gesunderhaltung und um unser Wohlbefinden geht. Und hier kommt die Wohlfühl-Zone ins Spiel. Es gibt inzwischen einen ganzen Forschungszweig, der sich mit den Auswirkungen unserer direkten Umgebung auf unsere Psyche und auf unser Verhalten beschäftigt.
Kombiniert man die Erkenntnisse aus der Architekturpsychologie mit den hervorragenden Materialien, die es inzwischen im Bereich gesundes Wohnen & Bauen gibt und ergänzt sie mit dem Wissen um ergonomisches und sinnvolles Design, kann man Wohn- und Arbeitsräume schaffen, die weit mehr können als nur Schutz und Funktionalität zu bieten. Es entstehen Räume, die unsere Persönlichkeit unterstreichen und unterstützen, welche Platz für Entfaltung und Entwicklung bieten und die letztlich auch mithelfen, uns gesund zu erhalten.
Die wichtigsten Kriterien sind Licht, Luft und Materialeigenschaften. Diese drei Kriterien sinnvoll und stimmig zu kombinieren, ist aufgrund der schier endlosen Produkte auf dem Markt für einen Laien kaum zu schaffen. Es fehlt schlicht die Übersicht und die lautesten Marktschreier bieten nicht immer die beste Lösung. Somit ist fachliche Unterstützung in diesem Bereich inzwischen fast unumgänglich, um kostspielige Fehlkäufe zu vermeiden und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Die Freude am neuen Wohnraum soll ja möglichst lange anhalten.
Hier möchte ich dir schon einmal ein paar wichtige Tipps mitgeben, wie du deine Wohlfühl-Zone optimal gestalten kannst:
1. Aufräumen & Ausmisten
Die meisten können es vermutlich schon nicht mehr hören, aber wer sich zuhause wohlfühlen möchte, kommt um das Thema Ordnung nicht herum. Wir sind anfällig für „visuellen Lärm“ und dieser ist in unaufgeräumter Umgebung besonders hoch. Allerdings kann auch ein quietschbuntes Gemälde oder zu viele Gegenstände in einem Raum diesen visuellen Lärm verursachen ohne die Anwesenheit offensichtlicher Unordnung. Aber der wichtigste Punkt mit dem wir uns hier befassen wollen ist wirklich das Aufräumen von Dingen, die nicht an ihrem Platz sind bzw. keinen zugeordneten Platz haben. Die wichtigste Regel hierbei ist: Alles bekommt ein Zuhause. Finde einen festen Ort für alle Dinge die du brauchst, magst oder unbedingt behalten möchtest. Und sorge dafür, dass sie nach Gebrauch auch direkt wieder dort hin gebracht und verstaut werden. Alles andere solltest du loswerden. Spende, verschenke oder verkaufe Dinge die noch gut erhalten sind und noch einen Wert für jemanden besitzen.
Wichtig ist es auch „versteckten“ Stauraum zu haben. Regale mit Türen oder schließbaren Schiebe-Elementen, Körbe oder Boxen mit Deckel um den Blick auf „Krimskrams“ abzuschirmen. Ein offenes Regal in dem alles ordentlich einsortiert ist, kann dennoch unheimliche Unruhe verbreiten. Da die Gegenstände zu viele unterschiedliche Texturen, Formen, Farben und Größen haben. Es ist besser geschlossene Schränke zu haben oder eine Mischung aus offen und geschlossen. Wobei dann darauf geachtet werden sollte, dass in den offenen Segmenten eine reduzierte und stimmige Auswahl an Gegenständen zu sehen ist. Das sollten Dinge sein, die du entweder gerne ansiehst, die thematisch gut zusammen passen, oder einfach dekorativ sind.
2. Gemütliches Ambientefür deine Wohlfühl-Zone
Um einem Raum Gemütlichkeit zu verschaffen, bedarf es manchmal nur kleiner Veränderungen. Weiche Materialien wie Kissen, Decken, Vorhänge oder Teppiche geben einem Raum Wärme und Behaglichkeit. Besonders wenn viele kalte Materialien und Farben im Raum vorherrschen, wie z.b Fliesen oder Steinböden, Glas, Keramikoberflächen, Metall, Beton, viel Weiß oder Blau aber auch kühle Grautöne. Auch das einbringen von Holz und Pflanzen ist eine gute Möglichkeit einen Raum mit Leben und Wohlfühlfaktor auszustatten. Hier empfiehlt es sich z.b mit pflegeleichten Grünpflanzen zu arbeiten. Oder wenn man so gar keinen „grünen Daumen“ hat, können auch hochwertige Kunstpflanzen den optischen Reiz erfüllen und uns die „Natur“ ins Haus holen.
3. Die richtige Dekoration zum Wohlfühlen
Beim Thema Deko ist weniger oft mehr. Am besten funktionieren ungerade Anzahlen und unterschiedliche Höhen. Farblich abgestimmte Arrangements können einem Raum optisch den letzten Schliff geben. Wohingegen überladene und zu „laute“ Kreationen den gegenteiligen Effekt haben. Für den Wohlfühl-Faktor bewährt, haben sich besonders Kerzen in Gläsern oder hübschen Kerzenhaltern. Raumdüfte mit Holzstäbchen geben kontinuierlich Duft ab, ohne überwältigend zu wirken.
4. Funktionalität der Räume
Das klingt jetzt erstmal total langweilig und unsexy, wenn wir uns doch eigentlich mit Wohlfühl-Zone beschäftigen möchten. Allerdings darf nicht unterschätzt werden, welche gravierenden Auswirkungen eine schlechte Funktion der Räume auf unser Wohlbefinden hat. Wenn wir z.b ständig um Möbel herumgehen müssen, die in wichtigen Verbindungswegen stehen, oder wir beim Arbeiten in der Küche eine unpraktische Anordnung der Geräte und Schränke vorfinden, kann sich das sehr negativ auf unser Wohlbefinden auswirken. Es fühlt sich dann alles umständlich und nicht fließend an. Wenn Räume gemieden werden und ungern in das tägliche Leben und Wohnen eingebunden sind, spricht vieles dafür, dass diese Räume keine gute Funktionalität aufweisen. Oder aber die Raumaufteilung im Ganzen ist ungeschickt gewählt. Um diese Probleme zu verbessern ist oft professionelle Hilfe nötig. Ein erster Schritt ist aber eine Bestandanalyse. Das kann man anhand folgender Fragen schonmal versuchen selbst anzugehen:
-Wie viele Menschen leben in meinem Haushalt und sind sie oft zur selben Zeit zuhause -Welche Tätigkeiten sollen in diesem Raum ausgeführt werden -Wie werden diese Tätigkeiten ausgeführt? (Möglichst klaren Ablauf überlegen, dann findet man oft die Fehler und unpraktischen Bereiche) -Welche Funktionen soll der Raum erfüllen? (ist im Wohnzimmer z.b auch ein Arbeitsplatz oder ein Spielbereich integriert. Und was bedeutet das für die Menschen, die ihn gleichzeitig benutzen.)
Wenn du diese Punkte berücksichtigst kommst du deiner Wohlfühl-Zone schon ein ganzes Stück näher.
Falls du Hilfe brauchst beim Umsetzen oder dir die Ideen fehlen wie deine Räume am besten zu deinem Wohlbefinden beitragen können, dann schreibe mir gerne per Mail an info@ks-wohndesign.com
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