In diesem Artikel möchte ich dir zeigen, warum du als künftiger Bauherr gut beraten bist, dir die Hilfe eines Interior Designers zur Seite zu holen. Lass dich von mir durch die wichtigsten Punkte und möglichen Fallstricke lotsen um gut informiert eine sichere Entscheidung treffen zu können. Im letzten Teil des Artikels erfährst du außerdem welche 3 Schritte du unbedingt beachten solltest, um teure Fehlentscheidungen zu vermeiden.

Warum ein Interior Designer beim Hausbau Geld spart

Beim Hausbau sind natürlich Budget und Zeit zwei heikle Faktoren und da liegt es nicht unbedingt nahe, noch mehr Geld für „unnötigen Luxus“ auszugeben oder?
Warum ein Interior Designer nicht unbedingt in diese Kategorie gehört, verrate ich dir gerne.
Die meisten Menschen denken, dass es nur etwas für die oberen 10% ist sich einen Interior Designer zu gönnen. Natürlich gibt es nach oben keine Grenze und wir Designer sind durchaus in der Lage exklusive Materialien und ausgefallene Konzepte umzusetzen, die für die breite Masse der Gesellschaft absolut unerschwinglich sind.

Aber dass wir auch Meister darin sind, mit Budgets zu kalkulieren, einen großen Überblick über den schier unendlichen Markt der Möbelindustrie und Materialien haben, sowie genau die Abläufe kennen, die es braucht um ein Projekt erfolgreich von A nach Z zu führen, ist eher nicht so bekannt.

Vorausgesetzt natürlich du möchtest nicht im zigtausendsten langweiligen, weißgestrichenen, quadratischen Karton ohne jede Persönlichkeit leben. Und du Wert auf ein ganzheitliches Wohnkonzept legst, in dem du dich wirklich wohl und zuhause fühlst.

Dann kann ein Interior Designer dir viel Geld und Nerven ersparen, indem er dir einen klaren Leitfaden an die Hand gibt, der nach deinen Bedürfnissen individuell gestaltet ist und dich vor Fehlkäufen schützt. Auch Fehlentscheidungen in der Bauphase, die nur teuer zu beheben sind, können damit vermieden werden. Und du erhältst als Ergebnis wirklich das, was du dir gewünscht hast.

Ein Bauleiter ist kein Designer

Klar kann dein Bauleiter deine Baustelle auch von Anfang bis Ende begleiten. Das tut er im besten Fall auch gewissenhaft keine Frage. Aber es ist nicht seine Aufgabe ein Design-Konzept zu erstellen oder dir bei den Gestaltungsentscheidungen eine Richtung zu zeigen. Er wird dir machbare Möglichkeiten aufzeigen und überlässt dir dann die Entscheidung. Das macht es dir nicht gerade leichter, wenn du ein wenig verloren bist im Dschungel der Möglichkeiten und dir wünschst, dass dein Haus zum perfekten Lebensraum für dich und deine Lieben wird.

Deshalb ist es wichtig, jemanden an der Seite zu haben, der dir hilft einen roten Faden zu finden. Dich dabei unterstützt, sichere Entscheidungen aufgrund ausreichender Information und dem Abwägen von Pro- und Contra zu treffen. Und zuletzt auch die Vision des Gesamtergebnisses für dich visualisieren kann um dir ein gutes Gefühl zu geben die richtige Wahl getroffen zu haben. Vor allem wenn deine Vorstellungskraft nicht ausreicht um dich vollständig in das Endergebnis einfühlen zu können, ist dieser Punkt ein sehr wichtiger.

Nichts ist ärgerlicher als eine Fehlentscheidung zu treffen, die nur teuer wieder behoben werden kann. Was bei einem Hausbau schnell in die Tausende geht. Ebenso verhält es sich mit Fehlkäufen bei Möbeln oder Accessoires, die dann nicht zusammenpassen oder gar nicht deinem Bedarf entsprechen.

Das kann ein Interior Designer für dich verhindern.

Indem ein stimmiges Wohn-Konzept erstellt wird, bist du jederzeit in der Lage, anhand des Farbschemas und der Stilrichtung, die besten Entscheidungen zu treffen.

Auch im Bereich Materialwahl wirst du nicht allein gelassen und bekommst einen breiteren Überblick über die Möglichkeiten auch außerhalb des Standards.

Was aber die wohl wichtigste Säule eines stimmigen und vor allem langfristig schönen Design-Konzeptes ist, ist die Lichtplanung sowie die bedürfnisorientierte Raumplanung. Hier geht nichts über einen ganzheitlichen Ansatz und eine individuelle Lösung, die Haus Nr. 45 aus Katalog 3 der Firma XY selten von der Stange bietet. Hier keine schlechten Kompromisse einzugehen, weil Verkäufer Hans Muster meint, „das funktioniert für 99% unserer Kunden“, ist absolute Priorität.

Das bringt mich zum nächsten wichtigen Punkt…

Hausbau oder Kauf, die Qual der Wahl

…der Entscheidung ob du ein neues Haus bauen oder einen alten Bestand kaufen möchtest. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Neubauten sind natürlich spannend und der Gedanke alles genau so planen zu können, wie es einem vorschwebt, ist verlockend. Bis man dann Bekanntschaft mit dem Bauamt macht. Hier gibt es je nach Wohngebiet Vorgaben, die von den verwendeten Dachziegeln über die maximal bebaubare Fläche je Grundstück, bis hin zu erlaubten Fassadenfarben fast jeden vermeintlichen Mumpitz reguliert. Aber das wäre Stoff für einen weiteren Artikel, damit will ich dich gar nicht langweilen.

Für dich stellt sich ja eher die Frage, ob du ein Bauprojekt starten oder lieber ein fertiges Haus kaufen sollst.
Beim Altbestand ist natürlich häufig eine kürzere Zeit bis zum Einzug ein großer Faktor und wenn die Substanz gut ist, dann ist man mit ein paar Renovierungen auch meist recht preiswert dabei. Wohingegen auch hier natürlich Vorsicht geboten ist und ein professionelles Baugutachten vor dem Kauf immer eine lohnenswerte Investition darstellt um nicht plötzlich mit einem bodenlosen Sanierungsobjekt da zustehen.

Auch beim Hauskauf profitierst du von fachkundiger Beratung

Die Entscheidung für ein bestehendes Haus hängt auch mit deiner Vorliebe zusammen. Ob es dir wichtig ist, einen gewissen Charme bereits mit zu kaufen, den ältere Häuser in einer längerfristig gewachsenen Struktur oft mitbringen. Oder ob du lieber in einen taufrischen Neubau im entsprechenden Umfeld investieren möchtest, dem du zum ersten Mal Leben einhauchen wirst.

Auch beim Altbestand ist ein Interior Designer die richtige Wahl, wenn du dir unsicher bist, wie du die bestehenden Räume am besten nutzen und für deine optimale Wohnumgebung anpassen kannst. Und wenn du „Heimwerker-Ergebnisse“ vermeiden möchtest, die nach wenigen Jahren meist erneut bearbeitet werden müssen. Da wird aus preiswerter Eigenleistung oft ein ganz schön kostenintensives Dauerprojekt.

Beim Neubau stellt sich dann immer auch die Frage, Fertighaus oder Bauträger bzw. Architektenhaus. Das ist sowohl vom Budget als auch deiner Vorstellung von deinem Traumhaus abhängig. Architektenhäuser sind reizvoll aber meist nicht gerade erschwinglich. Zudem sei hier gesagt auch wenn du dich für ein Architektenhaus entscheidest, dass Architektur und Interior Design zwei völlig unterschiedliche Bereiche sind. Auch wenn das nicht so offensichtlich ist, da sie oft in einer Branche zusammengefasst werden und viele Architekten sich da gerne aufspielen und meinen, sie könnten Raumgestaltung, so zeigt das Ergebnis doch immer öfter deutliche Schwächen. Natürlich gibt es tolle Architekten, die auch im Bereich Innenarchitektur eine fundierte Ausbildung ergänzt haben. Achte bei deiner Auswahl aber explizit darauf, wenn du diese Leistung aus einer Hand haben möchtest. Häufig ist aber eine Zusammenarbeit mit zwei unabhängigen Experten, die sich dennoch gut ergänzen und eine offene Kommunikationskultur leben, sehr viel bereichernder.

Fertighaus als schlüsselfertige, schnelle Lösung?

Für viele sind Fertighausanbieter eine naheliegende Lösung. Werben diese ja mit einer zügigen und unkomplizierten Bauphase und einem schlüsselfertigen Ergebnis innerhalb vorgegebener Zeiträume. Allerdings zeigen Vergleiche hier auch immer wieder, dass massiv bauende Bauträger da doch häufig sehr gut mithalten können. Ein Vergleich ist also immer sinnvoll und natürlich ist auch die Besichtigung entsprechender Musterhäuser absolut empfehlenswert.
Denn wer in einem Massivhaus stand, überlegt sich vielleicht doch nochmal ob ein Fertighaus in Holzständerbauweise den gleichen thermischen- und vor allem akustischen Komfort wie ein Massivbau bietet.

Was man bei all dem nicht vergessen darf ist, dass die Priorität der „Berater“ dabei nicht auf der Wohnqualität für den künftigen Bewohner, sondern auf dem Verkauf liegt. Von bedürfnisorientierter Gestaltung sind wir da natürlich weit entfernt. Das soll nicht heißen, dass Fertighäuser eine schlechte Wahl sind, aber sie sind oft unter dem Aspekt der Raumeffizienz geplant. Das bedeutet, die verfügbaren qm² so auszunutzen, dass eine möglichst hohe Raumanzahl und dadurch vermeintlicher Mehrwert entsteht. Ob das im Alltag dann praktisch angeordnet ist und ein angenehmes Wohngefühl erzeugt steht auf einem anderen Blatt Papier.

Da lohnt es sich also doch mit einem passenden und vor allem Herstellerunabhängigen Planer oder Designer über die Grundrisse zu schauen und rechtzeitig notwendige Anpassungen vorzunehmen. Hierbei entstehen beim Fertigbau nämlich oft erhebliche Preissteigerungen, da vom 08/15 Schema abgewichen wird. Der Massivbau ist hier häufig flexibler. Auch deshalb hier nochmal der Hinweis unbedingt zu vergleichen.

Die wichtigsten Infos zum Innenausbau

Wenn dann der optimale Grundriss gefunden ist und du einen Überblick über die Proportionen bekommen hast, dann geht es um die Materialien, den Möbelplan und die Lichtgestaltung. Lass dich beim Thema Proportionen übrigens nicht von den eingezeichneten Möbelplänen der Anbieter täuschen. Diese sind oft so geschickt angeordnet, dass der Eindruck von Großzügigkeit entsteht. Ein Zweisitzer Sofa und zwei Sessel sehen nämlich deutlich lockerer aus, als eine Sitzlandschaft, die bei einem 3 m breiten Wohnbereich keinen Platz finden wird.

Im Innenausbau ist es zudem mitnichten so, dass dir die Gewerke helfen eine Entscheidung zu treffen. Sie setzen das Machbare um und das meist in einem fest vorgegebenen Zeitrahmen. Zudem sind sie nur in ihrem jeweiligen Fachbereich die Experten aber es fehlt der Überblick über das Gesamtkonzept und somit die umfassende Gestaltungskompetenz. Oft sind es auch die Vorgaben im Kaufvertrag und somit eine begrenzte Auswahl an Materialien bzw. inbegriffener Leistungen, die hier eine Hürde darstellen.

Das Lesen von Bau- und Leistungsbeschreibungen ist unumgänglich

Da das Lesen und Verstehen solcher Baubeschreibungen und Leistungsumfänge meist nicht zu deinem Fachgebiet als Bauherr gehört und der Teufel hier durchaus im Detail steckt, ist es sinnvoll einen Experten an deiner Seite zu haben, der dich rechtzeitig auf mögliche Begrenzungen und anfallende Mehrkosten aufmerksam macht. Damit kann dich dann nichts mehr überraschen.

Der Gestaltungsspielraum für Innenausbau ist nahezu endlos, aber die Entscheidungen müssen hier oft sehr schnell und kurzfristig getroffen werden. Deshalb ist es umso sinnvoller, sich bereits im Vorfeld genau mit dem gewünschten Endergebnis zu befassen und ein festes Gestaltungskonzept in der Hand zu haben. Dann kann dich eine Anfrage deines Bauleiters, welche Fliesen du im Bad an welcher Stelle möchtest, in welcher Verlegerichtung dein Parkett liegen soll und welche Lichtauslässe wo geplant sind, nicht mehr aus der Ruhe bringen.

Die meisten Fehlentscheidungen passieren nämlich aus genau diesem Zeitdruck heraus und dem mangelnden Wissen über die Vor- und Nachteile sowie möglicher Alternativen. Die Auswirkungen dieser falschen Entscheidungen machen sich dann oft auch erst einige Zeit nach der Fertigstellung bemerkbar, wenn im Alltag dann doch ersichtlich wird, wo die unpraktischen Bereiche liegen. Oder wenn dir jeden Tag beim Blick ins Bad auffällt, dass die Fliesen doch in einem anderen Design besser ausgesehen hätten. Das ist ärgerlich und trübt dann die Freude am neuen Heim, je nach Ausmaß der Einschränkungen, doch erheblich.

Um dir das zu ersparen, habe ich dir hier die 3 wichtigsten Schritte, die du unbedingt beachten solltest um teure Fehlentscheidungen zu vermeiden.

Die 3 wichtigsten Schritte um Fehlentscheidungen zu vermeiden

1. Rechtzeitig mit deinen Bedürfnissen beschäftigen:

Das hilft dir dabei festzulegen, was du brauchst, welche Bereiche für dich am wichtigsten sind und wie du dein künftiges Zuhause aufteilen kannst. Denke dabei auch daran, wie du im Alltag in deinem Zuhause agierst und welche anderen Personen mit dir wohnen werden und wie deren Alltag aussieht.

2. Verschaffe dir einen Überblick über die Möglichkeiten:

Recherchiere, welche Materialien und welche Gestaltungselemente du möchtest. Informiere dich auch über die Qualitätsunterschiede und die Voraussetzungen (Abriebklassen, Rutschklassen etc.). Das kostet Zeit und ist im schier endlosen Angebot kaum zu bewältigen. Hinzu kommt, dass Laien oft nicht wissen, wo sie suchen sollen und worauf es ankommt. Und erschwerend kann man als Endverbraucher noch nicht mal bei allen Herstellern einkaufen. Hier ist fachliche Unterstützung wirklich gut investiert.

3. Erstelle dir einen Leitfaden:

Wenn du deine Recherche abgeschlossen hast, versuche die gefundenen Materialien und Farbideen in einem Dokument festzuhalten und wenn möglich auch konkrete Material und Farbmuster zu bekommen. So kannst du deinem Bauleiter und den Gewerken anschaulich zeigen, was du möchtest. Du kannst diese Zusammenstellung dann auch für den Möbelkauf nutzen um zu schauen, ob die Gegenstände harmonieren und alles stimmig ist. Auch zu den Bemusterungsterminen, wo dir dein Bauträger oder Fertighausanbieter seine Optionen zeigt, kannst du dieses Konzept mitnehmen und siehst sehr schnell ob deine Wahl umsetzbar ist oder ob du andere Bezugsquellen wählen musst.

Und weil ich finde, dass drei Schritte nicht ganz reichen hier noch der vierte:

4. Hol dir Unterstützung!

Wenn du merkst, dass du überfordert bist mit dem Gedanken an diese ganzen Schritte und du nicht möchtest, dass es dir geht, wie vielen anderen Hausbesitzern. Die einige ihrer Entscheidungen anders getroffen hätten, wenn sie informiert gewesen wären. Dann zögere nicht und hol dir jemanden an die Seite, der sich auskennt. Das Geld, dass du in diese Person investierst, zahlt sich aus durch weniger Stress und mehr Sicherheit sowie ein strukturiertes Konzept, in das du dich dank Visualisierungen auch schon vor der Fertigstellung einfühlen kannst. Zudem erspart es dir viel Ärger und Aufwand, wenn du dich nicht mit Fehlkäufen und deren Rückabwicklung, wenn überhaupt möglich, herumplagen musst.

Wo findest du jetzt so jemanden? Entweder du googlest nach entsprechenden Interior Designern oder du wirfst einen Blick auf mein Angebot „Planungssicherheit für Bauherren“:

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner