Die meisten Unternehmer wünschen sich eine langfristig erfolgreiche Geschäftslage. Diese selbst beeinflussen zu können, gibt Sicherheit und stärkt das Vertrauen auch auf Seiten der Mitarbeiter. Um nachhaltigen Unternehmenserfolg zu erreichen, müssen wir uns zuerst anschauen, was das im einzelnen bedeutet und wie das große Gesamtbild aussehen soll.
Die allgemeine Wirtschaftslage ist immer dynamisch und entzieht sich weitgehend der Kontrolle durch einzelne Akteure. Was wir jedoch beeinflussen können, neben einem soliden und gut strukturierten Angebot, ist wie wir unser Unternehmen leiten und wie wir mit unseren Ressourcen und Mitarbeitenden umgehen.
Die erfolgreichste Geschäftsstrategie verpufft, wenn durch ständige Mitarbeiter-Fluktuation Unruhe in die Abläufe kommt, Arbeit liegen bleibt und wichtiges Wissen fortlaufend das Unternehmen verlässt und somit schwächt. Wenn Krankheitsausfälle nicht nur die Kosten-Nutzen-Rechnung aus dem Gleichgewicht bringt, sondern auch die übrigen Mitarbeitenden zu Mehrarbeit zwingt und dadurch schlechte Stimmung entsteht.
Gerade deshalb ist es wichtig, seinen Mitarbeitern Wertschätzung zukommen zu lassen. Ein Mitarbeiter, der sich gesehen und geschätzt fühlt, ist durchaus bereit in Krisensituationen eine Extrameile zu gehen, Überstunden zu leisten und ggf. auch in einem Aufgabengebiet auszuhelfen, das üblicherweise nicht seiner Gehaltsstufe entspricht. Einfach weil das Prinzip “eine Hand wäscht die andere” stärker wirkt als eine Befehlskette es je könnte.
Wer Führung mit einem Kommandostab verwechselt, der wird sehr schnell lernen, dass er am kürzeren Hebel sitzt, wenn der Leidensdruck bei seinen “Untergebenen” zu groß wird. Sobald ein Mensch nichts mehr zu verlieren hat, wird er nicht davor zurückschrecken die Situation zu verlassen.
Was hier sehr überspitzt klingt, ist in Wahrheit gar nicht so weit weg von alltäglichen Arbeitssituationen. Steter Tropfen höhlt den Stein und wer seine Mitarbeiter nicht vor den Folgen der Arbeitslast schützt, begeht einen beinahe fahrlässigen Verrat an ihrer Treue.
Es wird immer ein wenig heruntergespielt und verharmlost aber die psychische Gefährdung am Arbeitsplatz steigt seit Jahren unaufhörlich und psychische Erkrankungen werden perspektivisch die Rückenschmerzen als zweithäufigste Ursache für Krankheitsausfälle bald ablösen. (Quelle: Kurzstudie DAK 2024).
Deshalb sind Unternehmer gut beraten sich Gedanken zu machen, wie sie ihren Mitarbeitenden die nötige Wertschätzung entgegenbringen können um einerseits wichtige Kompetenz und Wissen im Unternehmen zu halten. Aber auch um andererseits den großen Aufwand der Mitarbeitergewinnung überschaubar zu gestalten. Wer in die vorhandene Belegschaft investiert fährt langfristig immer günstiger als Neuzugänge zu rekrutieren.
Und obwohl eine gute Bezahlung selbstverständlich sein sollte und Lohnerhöhungen ein gewisser Motivator sein können, sollte Wertschätzung nicht nur monetär gezeigt werden. Der vielbeschriebene und in der Vergangenheit auch oft belächelte Obstkorb ist hierbei auch nicht gemeint. Es geht um das zeigen von Verantwortung für die Bedürfnisse und das Wohlergehen der Mitarbeiter sowie das zeigen von Respekt für die Lebenszeit, die Mitarbeitende in Unternehmen verbringen. Wenn diese Lebenszeit angenehmer gemacht wird, dann kann diese Art der Wertschätzung eine viel größere Wirkung erzielen, als mehr Gehalt es je könnte.
Dies kann durch eine durchdachte Arbeitsplatzgestaltung aber auch durch eine individuelle und umfassende Gesundheits- und Altersvorsorge geschehen. Und bevor jetzt alle wieder die Augen rollen und denken “das machen wir ja schon längst” weil sie ihren Mitarbeitern eine Massage in der Mittagspause und einen Yogalehrer bezahlen. Oder die VWL in einen Riestervertrag einzahlen, möchte ich hier noch einige interessantere Optionen aufzeigen.
Hierfür habe ich mir zu diesem Blogartikel eine Expertin in Finanz-Fragen dazu geholt. Laura Daba ist Finanzberaterin und hat es sich zur Aufgabe gemacht Unternehmer nicht nur bei ihren persönlichen Finanz- und Investment-Fragen zu begleiten, sondern auch die Unternehmen im Bereich Mitarbeiterbindung solide aufzustellen.
Im Verlauf dieses Artikels werden wir also aus zwei unterschiedlichen Perspektiven die Möglichkeiten aufzeigen, die eine bessere Wertschätzung und somit eine effektivere Mitarbeiterbindung erzeugen können. Die folgenden Abschnitte werden womöglich deine Sicht auf Arbeitsplätze ändern und das Verständnis für nachhaltige Mechanismen zur Stärkung der Mitarbeiterzufriedenheit aufzeigen.
Also lies bitte nur weiter, wenn du bereit bist dem Problem ins Auge zu schauen und dich proaktiv für eine Verbesserung der Wertschätzung deiner Mitarbeitenden einsetzen möchtest.

Was bisher Standard ist und wie wir es noch besser machen
Nun kann man natürlich den einfachen Weg gehen und sagen “dafür gibt es ja Arbeitsschutzgesetze und Arbeitsstättenrichtlinien sowie gesetzliche Vorgaben zur Vorsorge und Sozialleistungen”. Und das stimmt auch aber diese bilden eine Mindestbasis für die Beschäftigung von Menschen in einem Unternehmen. Das traurige ist, dass es diese Vorgaben braucht, weil es auch viele Unternehmen gibt, die selbst diese Basisleistung noch locker unterbieten würden und dieses Minimum nur zu gerne als Einladung zu einem Limbo-Contest werten würden. Außerhalb Europas erleben wir das ja auch häufig in schockierendem Ausmaß.
Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass dir das bewusst ist und du nicht zur Gattung Unternehmer gehörst, die mit diesem Mindeststandard ihre Pflicht bereits als erfüllt betrachtet. Sondern ich nehme an, dass du ein aufrichtiges Interesse daran hast, dein Unternehmen mit außergewöhnlichen Maßnahmen zu außergewöhnlichem und nachhaltigem Erfolg zu führen.
Also wie können wir den Standard, der in vielfältigen Gesetzen und Vorschriften sowie Richtlinien bereits definiert ist verbessern? Beziehungsweise wo greifen diese Standards zu kurz?
Denn sind wir ehrlich, kaum ein Arbeitsplatz ist stärker reglementiert als ein deutsches Büro. Von der Lichtstärke über höhenverstellbare Schreibtische bis hin zur Kaffeemaschine und der Breite der Flucht- und Rettungswege, gibt es ja für alles eine DIN oder ein Regelwerk, das besagt wie etwas zu sein hat. Das sind in den meisten Fällen auch sinnvolle und brauchbare Vorgaben. Und doch greifen diese oft nicht alles auf.
Bestes Beispiel aus meinem therapeutischen Alltag als Manual-Therapeutin mit Schwerpunkt Halswirbelsäule und Kiefer. Ich behandle immer wieder Menschen mit Schulter-Nacken-Beschwerden, die klassischerweise im Büroumfeld arbeiten. Fragt man diese nach ihrer Arbeitsplatzgestaltung hört man oft das selbe: “äh ja höhenverstellbaren Schreibtisch hab ich. Bürostuhl ist auch sehr gut und eine Ergonomie-Schulung haben wir auch bekommen”. Aha… das sollte ja dann theoretisch dazu führen, dass die Problematik einer Schulter-Nackenverspannung bzw. schlimmer noch einer durch die Arbeit verursachten Wirbelsäulendiagnose, die dann zu Krankheitsausfall führt, erst gar nicht auftreten kann.
Mir ist klar, dass es durchaus ein multifaktorielles Geschehen ist und nicht alles auf die Arbeit geschoben werden kann. Aber sie macht nun mal einen Großteil unserer täglichen Beanspruchung aus. Und dieses Beispiel zeigt mehr als deutlich, dass eine rein nach Vorschrift gestaltete Arbeitszone das Problem nicht ausreichend würdigt.
Der Mensch mit seiner komplexen Physiologie und Psychologie ist kein Fixum, das man in ein Regelwerk stecken und nach Schema F abarbeiten kann. Keine Maschine, die einfach nur genug Öl und Strom braucht um gut geschmiert und energiegeladen zu funktionieren.
Mitarbeiter bringen ihre Bedürfnisse und ihre mentale Situation mit an den Arbeitsplatz. Und auch wenn häufig so getan wird, als könnten Diese einfach morgens an der Eingangstür zum Arbeitsplatz abgegeben und abends bei Feierabend wieder mitgenommen werden, so sieht die Realität eben anders aus.
Ein Ansatz um diesen Bedürfnissen gerecht zu werden, kann sein den Arbeitsplatz weniger technisch zu gestalten. Die Berücksichtigung von angenehmen Materialien und Farben, die Anwesenheit von Pflanzen und Kunst (Gute, Angenehme Kunst, nicht zwangsläufig eine teure Sammlung finsterer Kriegsschauplätze oder Renaissancegemälde. Oh Boy habe ich da schon Dinge gesehen.). Aber auch die Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse der jeweiligen Mitarbeiter an Ruhe und Austausch sind wichtig. Nicht jeder schätzt permanente Verfügbarkeit der Kollegen für eine Unterhaltung. Introvertierte Menschen haben eine andere Reizschwelle als Extrovertierte. Ebenso haben Aufgabenbereiche unterschiedliche Anforderungen an die Raumgestaltung. Kollaborative Prozesse und kreative Entwicklungsarbeit braucht eine andere Umgebung als analytische, datenbasierte und hochkonzentrierte Stillarbeit.
Auch Mitarbeiteraufenthaltsbereiche sind häufig eher eine rein funktionell gedachte Einheit und haben wenig mit echter Erholungsqualität für Pausen zu tun. Deshalb lohnt sich auch hier ein genauerer Blick auf die Gestaltung. Denn wenn Mitarbeiter in ihrer Pause keine Erholung finden können, sondern nur die dringendsten Grundbedürfnisse stillen (Essen, Trinken, WC-Gang), dann leidet langfristig nicht nur die Motivation, sondern auch die Leistungsfähigkeit. Echte Ruheräume und ein Platz um Abzuschalten ist sehr wertvoll und häufig einfacher zu realisieren als angenommen.
Erst wenn diese Dinge berücksichtig werden, können wir von einer adäquaten, menschengerechten Umgebung sprechen. Über Artgerechte Tierhaltung machen wir uns ständig Gedanken. Warum sprechen wir so selten über artgerechte Menschhaltung?
Was ebenfalls reglementiert ist, sind die Sozialabgaben für Mitarbeitende, die ihnen ein Mindestmaß an finanzieller Absicherung bieten wie ALV, KV und Rentenbeiträge.
Laura Daba:
Diese Abgaben, die sowohl vom Arbeitnehmer und Arbeitgeber getätigt werden reichen jedoch in den meisten Fällen gar nicht aus. Unser Soziales System ist auch nicht dafür gemacht (nicht mehr), um jeden aufzufangen wenn der nicht mehr kann, sondern nur um den Fall abzumildern. Wie hart der Fall wird, darf jeder Mensch in dieser Gesellschaft selbst bestimmten. Man könnte sich jetzt über dieses Stückchen Selbstbestimmtheit freuen, aber wenn man genauer hinschaut, dann empfinden es die meisten Bürger eher als Belastung.
Denn besonders zu Zeiten wirtschaftlicher Engpässe im Land, während derer die Abgaben immer höher werden und sich die Nettolöhne dadurch nicht nur weiter verschmälern, sondern auch vom Geldwert her immer geringer werden, kämpfen die meisten Menschen in erster Linie darum die Basics zu bewältigen und schaffen es nicht mehr über “Worstcase Szenarien” nachzudenken. Die meisten Menschen erleben nämlich bereits eines.
Und gerade für solche Situationen wurden für Arbeitgeber Möglichkeiten geschaffen, ihre
Mitarbeiter gezielt zu unterstützen. Früher war das jedoch oft eher ein Tropfen auf den heißen Stein, denn über Essensgutscheine oder vermögenswirksame Leistungen konnte man meist nur einen kleinen Einfluss auf die Lebenshaltungskosten oder die Altersvorsorge nehmen. Viele Arbeitgeber wussten zudem gar nicht, was alles möglich ist, wenn der Steuerberater sie nicht aktiv darauf hingewiesen hat.
Heute ist das anders: Die Förderung von Mitarbeitern ist in vielen Bereichen nicht nur attraktiver
geworden, sondern teilweise auch gesetzlich verankert oder verpflichtend geregelt.
Der Mehrwert, der dadurch geschaffen wird, ist enorm und kann die Mitarbeiterbindung deutlich stärker fördern als frühere Modelle.
Und zwar so, dass Arbeitnehmer diesen Mehrwert entweder sofort spüren oder ihre Sorgen mit
Blick auf die Zukunft reduziert werden, weil sie wissen, dass bereits etwas für ihre Absicherung und Versorgung getan wurde.
Ich spreche hier von zwei verschiedenen Versorgungssystemen, mit deren Hilfe Arbeitgeber ihre
Mitarbeiter aktiv unterstützen und langfristig an das Unternehmen binden können:
der betrieblichen Krankenversicherung (bKV) und der betrieblichen Altersvorsorge (bAV).

Wieso V W L und ein Obstkorb nicht ausreichen
Neben den gesetzlich verpflichtenden Absicherungen und Vorsorgeleistungen gibt es natürlich noch einige weitere Benefits die sich als Instrument zur Mitarbeiterbindung eignen.
Laura Daba:
1.BKV
Bei dem ersten System sprechen wir von der betrieblichen Krankenversicherung, kurz bKV. Hier
schließt der Arbeitgeber für jeden einzelnen Mitarbeiter eine Art Krankenzusatzversicherung ab.
Die Mitarbeiter können innerhalb eines ausgewählten Jahresbudgets ihre Vorsorgeuntersuchungen, ihre Zahnarztbesuche und sogar ihre Heil- und Hilfsmittel vollständig über diese Versorgung bezahlen lassen.
Doch das ist nicht der einzige Vorteil: Bei jedem Versicherungsvertrag, der ein gesundheitliches
Risiko absichert, wird in der Regel der aktuelle Gesundheitszustand abgefragt. Zusätzlich werden meist auch die Diagnosen der letzten fünf Jahre sowie anstehende Behandlungen berücksichtigt.
Hat der Arbeitnehmer bereits eingetragene Diagnosen in seiner Akte oder stehen Behandlungen an, kann es passieren, dass dieser Mensch privat gar nicht mehr versicherbar ist. Jedenfalls für die nächsten Jahre nicht. Und um es wieder zu werden, dürfen meist auch keine neuen Einträge mehr folgen.
Viele Menschen denken, sie seien kerngesund. In der Regel sind sie es auch, jedoch sagt ihre
Krankenakte manchmal etwas anderes. Hier kommen wir zu einer Schattenseite unseres
Gesundheitssystems: Ärzte rechnen mit den Krankenkassen ab, und je mehr Diagnosen
dokumentiert werden, desto mehr kann unter Umständen auch abgerechnet werden. Das soll
ausdrücklich nicht pauschal für alle Ärzte gelten, aber leider häufen sich die Beispiele.
Viele Versicherte wissen nichts von chronischen Erkrankungen oder psychischen Diagnosen und
sind dahingehend auch nie behandelt worden, aber dennoch stehen solche Einträge in ihren Akten.
Das ist für viele meist ein Urteil, das sie kaum noch revidieren können und das sie deutlich
schwerer versicherbar macht — und zwar in fast allen Bereichen, die mit Gesundheit zu tun haben.
Privat können sich also viele weder die Absicherung leisten, noch kommen sie überhaupt rein. Mit der bKV wären diese Probleme nicht mehr vorhanden. Die Krankenzusatzverträge versichern alle Vorerkrankungen und anstehenden Behandlungen bis zu den abgesicherten Summen mit. Der Angestellte muss dafür selbst nichts bezahlen.
Und wenn der Arbeitgeber sich auch noch schlau anstellt, kann er das Ganze als Betriebsausgabe sowie lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei gestalten — als reinen Sachbezug. So kann der Mitarbeiter, wenn er bei der Zahnreinigung sitzt und diese erstattet bekommt, an seinen Arbeitgeber denken. Er ist einfach nur dankbar und fühlt sich wertgeschätzt, weil er hierfür keinen Cent zahlen muss.
Die bKV wird systematisch in der Firma eingesetzt, sodass sich der Arbeitgeber um nichts
kümmern muss, außer die Lohnabrechnungen anzupassen. Die Aufklärung und Betreuung werden vom Betreuer übernommen.
Das ist tatsächlich ein spürbarer Mehrwert, den der Arbeitnehmer wahrnimmt.
2.BAV
Das zweite System, das man sich als Arbeitgeber anschauen sollte, wenn man für seine Mitarbeiter etwas Gutes tun will, ist die betriebliche Altersvorsorge.
Zu Zeiten, in denen die Regierung über einen Renteneintritt mit 70 Jahren spricht und darüber, dass die gesetzliche Rente nur eine „Basisabsicherung“ ist, sollte man sich mehr denn je Gedanken um die Zukunft machen. Viele Menschen vergessen, dass man mit Renteneintritt nicht plötzlich kein Geld mehr braucht oder automatisch ausgesorgt hat, nur weil man irgendwann älter ist.
Im Gegenteil: Aufgrund des medizinischen Fortschritts und der steigenden Lebenserwartung ist
absehbar, dass viele Menschen künftig deutlich länger im Ruhestand leben werden. Das heißt für viele: Nach Renteneintritt wird noch mindestens 25 Jahre, wenn nicht sogar 30 Jahre lang monatlich Geld benötigt.
Selbst eine Immobilie allein ist keine vollständige Altersvorsorge, da diese ebenfalls mit dir in
Rente geht, instand gehalten und gepflegt werden muss. Wenn man diese Kosten nicht
miteinkalkuliert, kann auch eine Immobilie im Alter schnell ein Loch in den Geldbeutel brennen.
Von daher ist es unabdingbar, dass jeder Mensch zusätzlich etwas für seine Rente tun muss. Für
viele bedeutet das, diese Beiträge aus ihrem Netto zu zahlen. Und genau das ist für einige schwer machbar, weil sie ohnehin nicht viel Netto zur Verfügung haben.
Und hier kommt die bAV ins Spiel: Hier können Arbeitnehmer Entgeltumwandlung betreiben und
die Beiträge direkt aus ihrem Brutto zahlen. Durch die Senkung des Bruttos ergeben sich auch
Ersparnisse im Bereich der Steuern und Sozialabgaben. Dadurch hat der Arbeitnehmer nicht den vollen Betrag, der aus dem Brutto entnommen wurde, weniger im Netto, sondern häufig nur
ungefähr 60 % davon.
Diesen Betrag muss der Arbeitgeber mit mindestens 15 % bezuschussen. Ich rate Arbeitgebern
jedoch dazu, 20 % zu bezuschussen, denn auch er spart sich durch die Entgeltumwandlung
Sozialabgaben. Wenn der Arbeitgeber nur die verpflichtenden 15 % weitergibt, bereichert er sich
unter Umständen an einem Teil der Ersparnis. Und das sollte nicht das Ziel sein.
Als kleinen Geheimtipp, um wirklich ein Top-Arbeitgeber zu werden, kann ich noch den
Festzuschuss mitgeben. Hier kann der Arbeitgeber einen Betrag seiner Wahl, zum Beispiel 50 bis
250 €, zusätzlich in die betriebliche Altersvorsorge des Angestellten zahlen. Für den Arbeitgeber
fallen auf diesen Betrag keine zusätzlichen Sozialabgaben an, solange der bAV-Beitrag im
gesetzlichen Freibetrag bleibt. Für ihn ist es eine reine Betriebsausgabe. Er kann sich hier also die Frage stellen: Gebe ich das Geld lieber dem Finanzamt oder meinem Mitarbeiter?
Wenn du jetzt für dich entschieden hast, dass du ein Top-Arbeitgeber werden willst und bereit bist, für deine Mitarbeiter eine betriebliche Altersversorgung zu installieren, dann kann ich dir hier nur einen guten Rat mitgeben: Such dir einen guten Finanzberater, achte auf dein Bauchgefühl und lass dir ein sauberes System installieren.
Bestandteil davon sollte mindestens eine anwaltlich geprüfte Versorgungsordnung sein. Der Bereich der betrieblichen Altersvorsorge ist relativ stark reguliert und sollte daher sehr sauber und rechtssicher für den Arbeitgeber aufgestellt werden. Das gelingt unter anderem durch eine
ordentliche Versorgungsordnung, klare Prozesse und die richtige Versicherungslösung.
Der vielgerühmte und belächelte Obstkorb ist durchaus eine nette Geste und ebenso wie kostenfreie Getränke, sollte er gewürdigt werden. Aber es sind eben nicht die ausschlaggebenden Argumente um einem Arbeitsplatz treu zu bleiben. Die allgemeine Teamkultur und die Atmosphäre am Arbeitsplatz spielen eine ebenso große Rolle. Und auch hier können wir mit den wirkungsvollen Mitteln der Architekturpsychologie einwirken. Menschliches Verhalten lässt sich durch Raumgestaltung beeinflussen und lenken. Kommunikation fördern oder unterbinden, Interaktion erleichtern oder erschweren und auch Gefühlsstimmungen können bewusst eingesetzt werden um Leistung zu fördern. Dieser Bereich der Raumgestaltung ist komplex und vereint mehrere Faktoren zu einer wohlorchestrierten Reizbalance. Deshalb kann man nicht mit einzelnen Maßnahmen um sich werfen und erwarten, dass sie die gewünschte Wirkung entfalten, wie ein wohlüberlegtes Konzept.
Hierzu zählt unter anderem die Lichtgestaltung, Akustik, das Raumklima aber auch die Farbgestaltung und das Management von visuellem Lärm. Auch die eher soften Prinzipien wie das Bedürfnis nach Aneignung, das vor allem bei “Shared Desk” -Modellen und im New-Work-Kontext oft vergessen wird, stellen einen wertvollen Hebel für eine Optimierung der Arbeitsplatzqualität dar.
Menschliche Bedürfnisse und die Rolle der Angst
Wir haben vielfältige Bedürfnisse und die Bedürfnispyramide nach Maslow ist sicher den meisten ein Begriff. Da in unserer modernen arbeitenden Gesellschaft die Basisbedürfnisse meist erfüllt zu sein scheinen, dreht sich im Arbeitsplatzkontext vieles um das obere drittel dieser Pyramide. Also den Bereich der Selbstverwirklichung und der Individualbedürfnisse (Wünsche, Lebensziele).
Laura Daba:
Wie wir unser Bedürfnis nach Autonomie erfüllen oder die Fähigkeit entwickeln, unsere Wünsche
und Ziele zu erreichen, wird uns in der Schule nicht beigebracht. Kurz gesagt: Niemandem wird
vermittelt, wie er mit Geld umgehen soll oder was es in dem System, in dem wir leben, zu beachten gibt.
In einer allgemeinen Finanzberatung wird man genau zu diesen Themen aufgeklärt. Man schaut
sich seinen Ist-Zustand an, bettet diesen in die Bedingungen des Sozialgefüges ein und kann anhand dessen erkennen, wo eigene Risiken und Lücken noch vorhanden sind.
Aber auch die richtige und wichtige Anlage des eigenen Vermögens ist essenziell, um sorgenfreier und entspannter leben zu können. Solche Beratungen können den Mitarbeitern auch in Form eines Gutscheins geschenkt werden, um sie auf ihrem Weg in ein sorgenfreieres Leben zu unterstützen.
Denn ein vielfach übersehener Faktor, der sich im unteren Drittel der Pyramide abspielt wird leider zu wenig beachtet.
Existenzängste zählen aus meiner Sicht und Erfahrung zu den belastendsten Erfahrungen die ein Mensch haben kann. Und da gehört die Arbeitsplatzsicherheit, die Lohnsicherheit und die Gesundheitsvorsorge sowie die Absicherung im Alter auf jeden fall dazu.
Kaum eine Angst, ist so mächtig wenn es um den Einfluss auf unsere Psyche geht. Da sie direkt unseren Überlebensinstinkt triggert mit allen dazu gehörenden Mechanismen. Stressreaktionen werden Alltag und die daraus resultierenden Gesundheitsrisiken werden häufig zu spät erkannt.
Wenn wir Menschen davon befreien oder zumindest weitestgehend dabei begleiten, können wir uns auf ein Phänomen einstellen, das die Leistungsbereitschaft und die Motivation hervorbringt, die sich viele Unternehmer von ihren Mitarbeitenden erwarten.
Komplett lassen sich äußere Faktoren niemals eliminieren aber zumindest können wir durch gute Vorsorge, klare Kommunikation und eine wertschätzende Umgebung dafür sorgen, dass sich Menschen wieder als Teil eines größeren Ganzen sehen können. Und nicht mehr nur ihre Lebenszeit gegen Geld tauschen, dass sie kaum über einen Monat bringt. Oder als seelenlose Nummer und Ressource in irgendeiner Personaldatei.
Wenn Unternehmer begreifen, dass ihre Mitarbeiter ihre wertvollste Investition sind, dann können sich auch kleine Unternehmen künftig durchaus mit den großen messen, wenn es um die Arbeitgeberattraktivität und nachhaltige Beständigkeit geht.
Ich hoffe dieser Artikel hat deinen Blick auf eine Strategie zum nachhaltigen Unternehmenserfolg erweitert und dir brauchbare Impulse geliefert, die du umsetzen kannst.
Haben die Möglichkeiten zur Mitarbeiterbindung durch Finanztools dein Interesse geweckt? Hier kannst du mit Laura Daba direkt in Kontakt treten:

Mein Name ist Laura Daba und ich arbeite seit über sieben Jahren im Finanzbereich. In dieser Zeit habe ich mich intensiv mit der Frage beschäftigt, wie Menschen finanzielle Entscheidungen treffen, wie sie Geld wahrnehmen und vor allem, wie ihnen der Umgang mit Geld überhaupt beigebracht wurde. Meine Steckenpferde sind heute insbesondere die Mitarbeiterbindung, die Versorgung von Gesellschafter-Geschäftsführern sowie die finanzielle Betreuung von Unternehmen. Dabei ist mir besonders wichtig, Lösungen zu schaffen, von denen beide Seiten profitieren: Mitarbeiter sollen echte Mehrwerte erhalten, die sie spüren und verstehen. Arbeitgeber wiederum sollen Instrumente an die Hand bekommen, mit denen sie ihre Teams unterstützen, langfristig binden und gleichzeitig eigene Vorteile sinnvoll nutzen können. Für mich geht es bei Finanzberatung nicht nur um Produkte, Zahlen oder Verträge. Es geht darum, mehr Klarheit zu schaffen. Denn je besser wir verstehen, wie unser Finanzsystem funktioniert und welche Möglichkeiten wir haben, desto autonomer und selbstständiger können wir über unser Geld entscheiden. Genau diese Klarheit ist aus meiner Sicht die Grundlage dafür, eigene Wünsche und Ziele leichter zu erreichen und finanzielle Entscheidungen bewusster zu treffen. Homepage: https://daba-group.de/
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