In diesem Artikel erkläre ich, wie Licht auf uns wirkt und benenne die wichtigsten Faktoren, die bei der Lichtplanung berücksichtigt werden sollten.
Auch die unterschiedlichen Möglichkeiten bei der Gestaltung werden kurz erläutert.

Welchen Einfluss hat Licht  auf uns als Menschen?

Kein anderes Medium hat so starken Einfluss auf uns und betrifft jeden gleichermaßen. Licht kann uns wach oder schläfrig machen, es kann unsere Hormonbalance fördern oder stören. Es hat großen Anteil an unserer Wahrnehmung und wie wir Dinge „sehen“.

Aber was genau macht es zu einem so starken Faktor in unserem Leben?

 
Das Erste und Wichtigste ist bestimmt der Umstand, dass wir ohne Licht unsere Welt nicht visuell erfahren könnten. Somit hilft es uns natürlich in erster Linie dabei zu Sehen. Licht und Schatten geben uns die Konturen und helfen uns bei der Orientierung im Raum und in der Natur. Auch die Farbwahrnehmung und das Erkennen von unterschiedlichen Texturen hat maßgeblich mit dem Lichteinfall zu tun.

Aber die Wirkung von Licht hört nicht bei den Augen auf. Wir besitzen auch in der Haut Zellen, die auf Licht reagieren und dadurch körperliche Vorgänge beeinflussen. So ist z.B gerade bei Blaulicht die Annahme anzuzweifeln, dass wir dieses nur über die Augen aufnehmen. Studien haben bereits belegt, dass die blauen Lichtstrahlen auch über die Haut aufgenommen werden und den Melatoningehalt negativ beeinflussen.

Melatonin ist unser Schlafhormon und wenn dieses zum Abend hin nicht ausreichend hergestellt und aufgebaut werden kann, dann sind Schlafstörungen und Energiemangel die Folge.

Blaues Licht nehmen wir überwiegend über Bildschirme, Computer, Smartphones aber auch in Räumen mit heller, kühler Beleuchtung auf (Fabrikhallen, Labore, Qualitätskontrollen etc.). Die sogenannten Blaulichtfilter-Brillen schienen lange ein gute Lösung gegen zu viel Blaulichteinfluss zu sein. Dies ist jedoch mit der neueren Studienlage nicht ausreichend. Sinnvoller erscheint inzwischen eine Nutzung von Blaulichtfiltern direkt in den abstrahlenden Geräten. Z.B der „Nachtmodus“ am PC oder der Blaulichtfilter am Smartphone. Auch Blaulichtfilternde Folien zum Anbringen auf den entsprechenden Geräten sind bereits erhältlich.

Fotos: rachael-henning-9RAHI3JRINk-unsplash, ks-wohndesign ,jean-philippe-delberghe-Ry9WBo3qmoc-unsplash

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Wie ein HCL Konzept uns bei der Gesunderhaltung unterstützen kann

Blaues Licht ist aber nicht immer schlecht. Vielmehr gilt es zu verstehen, wie unser Hormonrhythmus im Laufe des Tages funktioniert.  Denn morgens hilft uns blaues Licht im kühlen Farbspektrum beim wach werden. Es unterbricht gegen Morgen die Melatoninausschüttung und sorgt somit für einen Cortisol Anstieg.
Cortisol ist unser „Stresshormon“. Dieses benötigen wir um zu Beginn des Tages in die Aktivität zu kommen und den Schlaf abzuschütteln.

In der Fotografie ist auch besonders die Zeit um ca. 7Uhr morgens bekannt als die „Blaue Stunde“ . Hier haben wir es mit einer Lichttemperatur von ca. 9000Kelvin zu tun.  Also ein sehr kühles, sehr blaues Licht. Auch ist die Lichtintensität am Morgen eher hoch und verstärkt unser „Wachwerden“.  Deshalb ist z.B eine Schreibtischleuchte mit verschiedenen Lichttemperaturen und Lichtintensitäten sehr sinnvoll. So kann man zu Arbeitsbeginn eine kühle, intensive Lichtstimmung anwählen um wach und konzentriert in den Arbeitstag zu starten.

Gegen Mittag wird das Lichtspektrum dagegen eher zu einem Misch-Licht aus kühlen und warmen Anteilen. Das sogenannte Neutralweiß oder Tageslichtweiß ist hiermit vergleichbar. Die Intensität liegt hierbei so in etwa bei 5000 Kelvin. Die Lichtstärke ist immer noch recht hoch und intensiv und sorgt für unsere Aktivität.

Am Nachmittag wird die Lichttemperatur zunehmend wärmer und die Lichtintensität nimmt langsam zusehends ab. Da befinden wir uns dann so im Bereich um 3000Kelvin.
Dieser Vorgang unterstützt ab dem späteren Nachmittag (ca. 16 Uhr) wieder den Beginn der Melatonin-Produktion und bereitet uns auf unsere Schlafenszeit vor. Sollte man zu dieser Zeit noch Arbeiten, so wäre jetzt der Zeitpunkt gekommen um die Beleuchtung in ein eher Warmweißes Spektrum zu schieben und die Lichtintensität deutlich zu verringern.

Dieser Rhythmus wird auch oft circadianer Rhythmus genannt. In der Lichtplanung wird inzwischen vermehrt auf diesen Umstand geachtet und die natürlichen Bedürfnisse des Menschen in Bezug auf die Lichtanpassung berücksichtigt. Viele Lichtkonzepte richten sich bereits nach dem Biodynamischen- oder auch HCL (human-centered-lighting)- Konzept.

Da wir viel Zeit in geschlossenen Räumen verbringen und nicht regelmäßig den Kontakt zu den sich ändernden Lichtverhältnissen in der Natur haben, wird es umso wichtiger, diese veränderbaren Lichtstimmungen in der Raumplanung zu integrieren. Sie sorgen spürbar für mehr Wohlbefinden und einen gesünderen Schlaf-Wach-Rhythmus. Bei der Lichtplanung kommt vor allem dem künstlichen Licht eine besondere Bedeutung zu, denn hier werden leider oft gravierende Planungsfehler gemacht. Das ganze Thema Beleuchtung ist recht komplex und sollte immer professionell erarbeitet werden, vor allem im Büro. Aber auch in den Wohnräumen ist eine gute Lichtplanung sehr wichtig. Denn blendende Leuchten oder falsche Farbtemperaturen können uns schneller ermüden lassen, gravierende Probleme mit den Augen verursachen oder unseren Schlaf negativ beeinflussen.

Wie man eine stimmige Lichtplanung angeht

Nun stellt man sich die Frage wie denn nun eine sinnvolle Lichtplanung auszusehen hat. Wie bereits erwähnt ist das Thema Licht komplex und bedarf einer professionellen Umsetzung, aber die Grundlagen und die wichtigsten Gedanken die dabei eine Rolle spielen möchte ich hier gerne teilen.
Wichtig zu verstehen ist, das Licht keine eindimensionale Komponente ist und deshalb auch hier das Prinzip der Schichten greift. Man hat verschiedene Ebenen in denen man eine Lichtgestaltung aufbaut. Zuerst steht die Grundbeleuchtung an. Diese ist eine großflächige, möglichst streuende und wenig fokussierte Beleuchtung die den Raum erhellt. Dann folgen die Zonenbeleuchtungen, die definiertere Bereiche des Raumes ausleuchten und abgestimmt sind auf die jeweilige Tätigkeit die sie unterstützen soll. Sie ist deutlich zielgerichteter und nicht so großflächig. Meist muss man hier am deutlichsten auf Blendeffekte achten, da die Leuchten oft einen definierten Lichtpunkt oder Leuchtkegel aufweisen.

Dann gibt es noch die Akzent- oder auch Effektbeleuchtung. Diese sorgt eher für die ästhetische Komponente im Lichtdesign und kann wirklich spektakulär wirken.
Bei den einzelnen Ebenen ist zu beachten, dass die jeweiligen Leuchtstärken (Lumen=lm) passend gewählt sind, damit das Gesamtergebnis nicht zu hell oder zu dunkel wird. Hierbei spielen natürlich auch Wandfarben, Mobiliar und andere Ausstattungsgegenstände und vor allem die Beschaffenheit der Oberflächen und deren Reflektionskraft eine entscheidende Rolle.
Auch die Dimmbarkeit und der Wechsel der Farbtemperatur von Leuchtmitteln spielt eine Rolle und sollte berücksichtigt werden. Hier kann man beim Leuchtmittelkauf auf eine Farbtemperatur im Bereich zwischen 2700K und 5000K achten. Meist sind Bereiche zwischen 3000K und 5000K angegeben. Diese Leuchtmittel reichen für den Wohnbereich aus.

Moderne Lichtsysteme lassen sich heutzutage mithilfe von Steuergeräten per App bedienen und stellen eine sehr bequeme und durchdachte Benutzung sicher. Hier kann man dann z.B den Tagesverlauf eines HCL-Konzeptes programmieren, verschiedene Lichtstimmungen abspeichern und auf Knopfdruck einschalten.

Um eine wirklich optimale Wirkung zu erzielen, rate ich immer zu einer guten Beratung beim Fachmann oder zur Unterstützung durch einen Lichtplaner. Das Geld das man dort investiert ist gut angelegt und wird sich durch die gesteigerte Wohnqualität und somit Lebensqualität auszahlen.

Ein ungünstig geplantes Lichtkonzept kann uns tatsächlich schaden und das wäre wirklich traurig, denn das kann mit ein paar klugen Überlegungen vorab definitiv umgangen werden.

Wenn du diesen Artikel bis hierher gelesen hast, dann willst du vielleicht auch in die entsprechende Podcast-Episode reinhören:

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